Donnerstag, 6. September 2007

Vorzeitige Haftentlassung für ehemaligen INDI-Leiter

Der ehemalige Vorsitzende der Indianer-Behörde INDI, Valentin Gamarra, wurde heute nach neun Jahren Haft entlassen. Gamarra war wegen Urkundenfälschung zu zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er wurde damals für schuldig befunden, Landtitel gefälscht zu haben. Gamarra darf vorläufig das Land nicht verlassen und muss ein Jahr lang monatlich Schul-Artikel im Wert von 200-tausend Guaranies an bedürftige Schulen spenden. Gamarra wurde 1993 als INDI-Leiter eingesetzt.

Der ehemalige Heeresführer Lino Oviedo ist wieder auf freien Fuss

Das Militärgericht hat heute dem Antrag Oviedo´s auf bedingte Haftentlassung einstimmig entsprochen. Oviedo wurde bereits heute Mittag aus dem Militärgefängnis Viñas Cue entlassen. Begründet wurde die Entscheidung des Gerichts mit der Tatsache, dass Oviedo bereits mehr als die Hälfte seiner Freiheitsstrafe verbüßt hat. Die Anhänger Oviedo´s warteten seit den frühen Morgenstunden vor dem Militärgefängnis auf die Entscheidung der Richter und feierten nach Bekanntwerden des Beschlusses die Freilassung ihres Anführers. Oviedo darf das Land nicht verlassen, kann sich jedoch innerhalb der Landesgrenzen frei bewegen.

Montag, 20. August 2007

Vizepräsident Luis Castiglioni übt harte Kritik an der Regierung

Vizepräsident Luis Castiglioni hat am Samstag hart Kritik gegenüber den Personen geübt, die sich von der Regierung von Duarte Frutos bestechen lassen würden, um dann Teil der Regierung von Duarte Frutos zu sein. Wie Castiglioni weiter kritisierte, herrsche innerhalb der Administration von Duarte Frutos eine Atmosphäre, die voll von Racheakten, Beleidigungen, Ärger und demütigenden Worten sei. Die Regierung sollte eigentlich die Bevölkerung Paraguays vereinigen und nicht durch Kämpfen zwischen den Parteien entzweien, so Castiglioni weiter. Er warf der Regierung weiter vor, dass sie die katholisch – gläubigen Christen des Landes "attackieren" würde, indem Abmachungen mit der Katholischen Kirche missachtet werden würden. Die Katholiken stellen jedoch einen Anteil von rund 95 Prozent der Bevölkerung.

Sonntag, 19. August 2007

Demonstranten blockieren Freundschaftsbrücke

Die Freundschaftsbrücke, die Ciudad del Este mit der brasilianischen Grenz-Stadt Foz do Iguazu verbindet, wird von zahlreichen Demonstranten blockiert. Laut Presseangaben bildete sich auf paraguayischer Seite bereits ein mehrere Kilometer langer Rückstau. Die protestierenden Kleinbauern, Händler und Angestellten der Stadtverwaltung von Ciudad del Este wenden sich gegen die Amtsführung von Bürgermeister Zacharias Irún. Während die Stadt-Angestellten die Wiedereinstellung zahlreicher Kollegen fordern, verlangen die Kleinbauern Ländereien zur Errichtung von neuen Siedlungen, den Bau von Sozialwohnungen sowie eine Stromversorgung.

Finanzielle Umstrukturierung bei REDIEX

Der Verband für Industrie und Exporte REDIEX ist um seine finanzielle Unabhängigkeit bemüht. Das erklärten REDIEX-Leiter Victor Varela und Jorge Achón, Berater der REDIEX, gegenüber der Presse. Als Grund für ihre Bemühungen nannten sie die Tatsache, dass die Regierung in Taipeh ihre finanzielle Unterstützung im kommenden Jahr einstellen werde. REDIEX soll sich in Zukunft durch den Erlös aus Export-Lieferungen selbst tragen. Seit 2004 erhält REDIEX aus Taiwan eine jährliche Unterstützung in Höhe von zwei Millionen US-Dollar. Nun soll vorerst ein Darlehen bei der Interamerikanischen Entwicklungsbank BID beantragt werden. Die REDIEX-Leitung erhofft sich jedoch in Zukunft eine stärkere finanzielle Unterstützung durch die Privat-Wirtschaft, um nicht mehr von ausländischen Geldgebern abhängig zu sein. REDIEX wurde am 20. Dezember 2004 von der Regierung in Asunción ins Leben gerufen, um die heimische Industrie und Export-Wirtschaft zu fördern.

Samstag, 18. August 2007

Paraguay bald ohne internationalen Flughafen

Der Internationale Flughafen Silvio Pettirossi könnte im kommenden Jahr seine Zulassung von der Internationalen Organisation für Zivile Luftfahrt ICAO verlieren. Die ICAO werde in diesem Fall Flug-Gesellschaften vor Flügen nach Asunción wegen gravierender Sicherheitsmängel warnen, teilte DINAC-Leiter Eduardo Miers mit. Im Juli haben Verantwortliche der ICAO in der peruanischen Haupstadt Lima über die Sicherheitslage auf lateinamerikanischen Flughäfen beraten. Dabei wurde insbesondere auf die schwerwiegenden Sicherheitsmängel am Flughafen Silvio Pettirossi hingewiesen. Der Regierung in Asunción wurde von der ICAO eine Frist bis Jahresende gesetzt, um die Mängel zu beseitigen. Andernfalls werde der asuncióner Flughafen von der ICAO-Zulassungsliste gestrichen. Laut Miers sei bereits im vergangenen Jahr das spanische Unternehmen INDRA kontaktiert worden, um die Sicherheits- und Kontrollsysteme auf den Flughäfen in Asunción, Ciudad del Este und Mariscal Estigarribia zu überprüfen. Die Vertrags-Verhandlungen seien jedoch im Finanzministerium stecken geblieben.

Freitag, 17. August 2007

Neue Einkommens-Steuer erst ab 2009

Der Senat hat gestern mehrheitlich beschlossen, dass die neue persönliche Einkommens-Steuer erst ab 2009 in Kraft tritt. Gleichzeitig wurde beschlossen, dass bereits jetzt die Pflicht zur Steuererklärung besteht. Diese Entscheidung wird damit begründet, dass sich die Steuerpflichtigen an das neue System gewöhnen müssen. Steuerpflichtig sind alle Personen mit einem Jahres-Einkommen von mehr als 120 Mindest-Gehältern. Der Abstimmung war eine zwei-stündige Debatte vorausgegangen. Jetzt muss das neue Steuer-Gesetz von Staatspräsident Duarte Frutos in Kraft gesetzt werden. Das Wirtschaftsteam der Regierung empfiehlt Duarte Frutos jedoch, sein Veto einzulegen.

Donnerstag, 16. August 2007

Raubüberfall - Untersuchungen im Flughafenskandal halten an

Die Firma, Money Exchange fordert, das der Kommissar, Adolfo López aufgrund des Überfalls auf den Flughafen Silvio Pettirossi zur Verantwortung gezogen wird. Wie der Rechtsanwalt, der Firma erklärte, sei López für die Sicherheit in der Flughafenhalle verantwortlich gewesen. Das Unternehmen verlangt eingehende Ermittlungen gegen den Beamten. Während des Überfalls war ein Angestellter der Firma Money Exchange überfallen worden. Die Beteiligten an dem Überfall entkamen mit einem Aktenkoffer, in dem sich 1 Million US Dollar befanden. Bisher wurden vier Personen verhaftet, die vermutlich an dem Überfall beteiligt waren.

Ananas-Exporte nach Chile

Vertreter der chilenischen Abteilung des internationalen Frucht-Konzerns DOLE haben in diesen Tagen die Ananas-Plantagen in Horqueta im Departament Concepcion besichtigt. Noch vor Jahresende ist die Aufnahme von Ananas-Exporten nach Chile geplant. Das teilte der Geschäftsführer der REDIEX-Abteilung für Obst-und Gemüse-Exporte, Amilcar Cazal, mit. Die Ananas-Bauern sind Mitglieder der Kooperative Integral del Norte, die den Anbau und Export der Früchte fördert. Der Kontakt zu den chilenischen Abnehmern kam unter Mithilfe des Verbandes für Investitionen und Exporte REDIEX zustande. Laut Presseangaben sind die Produzenten aus Horqueta im Stande 30 Tonnen Ananas zu liefern. Bei dem Anbau wurden die hohen Qualitäts-Ansprüche der chilenischen Verbraucher beachtet. Unter anderem gibt DOLE genaue Verpackungs-Vorschriften vor. Jetzt hoffen die Bauern auf eine positive Antwort aus Chile.

Mittwoch, 15. August 2007

470 Jahre Asunción

Heute feiert die Landeshaupstadt Asunción ihren 470. Gründungstag . Gegründet wurde Asunción 1537 von Juan de Salazar Espinoza an der Stelle, wo der Pilcomayo in den Paraguay-Fluss mündet. Die Siedlung wurde nach dem katholischen Feiertag Maria Himmelfahrt, der am 15. August begangen wird, benannt. Insbesondere im Stadt-Zentrum sind bis heute viele historische Gebäude erhalten. Aus Anlass der Feierlichkeiten zum Gründungstag werden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen durchgeführt.

Sorge um anhaltende Trockenheit nimmt landesweit zu

Auch für diese Woche ist laut Angaben der Meteorologen nicht mit Niederschlägen im Land zu rechnen. Die ersten Folgen der Trockenheit machen sich bereits in der Landwirtschaft bemerkbar und wirken sich negativ auf die Mais-, Weizen- und Erdbeer-ernte aus. Besonders betroffen sind dadurch die Departamente Concepcion, San Pedro und Canindeyú, wie aus Daten des Landwirtschaftsministeriums verlautete. Während in den Departamenten Itapúa, Caaguazú, Alto Paraná und im Süden San Pedros im Juli und August noch bedeutende Regenfälle verzeichnet worden waren, wurden in den nördlichen Departamenten lediglich Nieselregen verzeichnet. Die letzten grösseren Niederschläge waren hier zuletzt im Mai registriert worden. Wie der Meteorologe des Landwirtschaftsministeriums, Edgar Mayeregger erklärte, wird erwartet, das sich die Wetterbedingungen im September wieder verbessern und im kommenden Monat der erste Frühjahrsregen fällt.

Dienstag, 14. August 2007

Lino Oviedo beantragt Haft-Entlassung

Die Verteidiger von Lino Oviedo haben gestern beim Obersten Gerichtshof erneut Antrag auf bedingte Haftentlassung gestellt. Es ist bereits der dritte Antrag dieser Art innerhalb eines Monats. Über die Freilassung Oviedos muss nun das zuständige Militärgericht entscheiden. Der ehemalige Heeresführer will bei den Wahlen am 20. April 2008 für das Präsidentenamt kandidieren. Die von einem Militärgericht im Jahr 1996 gegen ihn verhängte Freiheits-Strafe ist das einzige Hindernis für seine Kandidatur. Oviedo wurde im April 1996 von einem Militärgericht wegen eines Putschversuches zu zehn Jahren Freiheits-Strafe verurteilt. Das Urteil wurde damals vom Obersten Gerichtshof bestätigt.

Montag, 13. August 2007

Stevia-Export soll gesteigert werden

Die Rediex und das Industrie und Handelsministerium analysieren derzeit die Möglichkeit, Stevia an grosse Internationale Firmen zu verkaufen. Der in Paraguay als ka'a he'ê bekannte Süßstoff gilt als eines der Produkte, welches in Zukunft einen guten Absatz auf internationalen Märkten und interessante Preise haben könnte. Vor allem im Bereich der Diätprodukte ist Stevia als Süßstoff gut geeignet. Derzeit werden Verhandlungen mit internationalen Lebensmittel und Getränkeherstellern geführt, um Möglichkeiten für den Export zu suchen. Kontakte wurden bereits mit Coca Cola, Kraft Foods und Merc aufgenommen, die an dem Import des Produkts interressiert sind, informierte Victor Varela vom Direktionsrat der Rediex.

Proteste von Ycuá Bolaños Opfern reisen nicht ab

Zahlreiche Familienangehörige und Betroffene der Brandkatastrophe im Ycuá Bolaños haben heute einen Marsch aus Protest gegen den Stop des Strafprozesses durchgeführt. Der Marsch begann um 9 Uhr beim abgebrandten Supermarkt. Danach marschierten die Teilnehmer der Kundgebung bis zum Justizgebäude im Stadtteil Sajonia. Wie die Vertreterin der Organisatoren Liz Torres gegenüber der Presse erklärte, solle es ein friedlicher Marsch sein. Sie wollten damit jedoch eine Fortsetzung des Strafprozesses fordern, der in der vergangenen Woche erneut ausgesetzt worden war. Grund dafür waren Unklarheiten über den Umstand, ob es sich um eine Wiederaufrollung des Prozesses oder lediglich um eine Forstsetzung handele. Der Marsch werde täglich wiederholt werden, bis der Strafprozess wieder aufgenommen werde, so Liz Torres.

Der Export von Palo-Santo-Holz wurde vorläufig eingestellt

Das teilte Landwirtschaftsminister Alfredo Molinas vor dem Hintergrund der in der vergangenen Woche aufgedeckten Unregelmässigkeiten innerhalb der Forstbehörde SFN mit. Nach der Entlassung des SFN-Leiters sowie mehrerer Angestellter, wurde Oscar Lopez zum neuen SFN-Leiter ernannt. Laut Molinas sei eine umfassende Sanierung der Forstbehörde notwendig, um der Korruption innerhalb der Behörde Einhalt zu gebieten. Insbesondere der illegalen Abholzung bedrohter Baumarten, wie dem Palo-Santo, sei durch korrupte Beamte Vorschub geleistet worden.

Sonntag, 12. August 2007

Erwachsenen-Bildung im Strafvollzug Tacumbú

Das Erziehungsministerium hat Unterrichtsmaterial für ein Fernstudium für rund ein-tausend 700 Insassen in der Justizvollzugsanstalt Tacumbú bereitgestellt. Bei der symbolischen Übergabe waren Erziehungsministerin María Jiménez und Justiz- und Arbeitsminister Derlis Céspedes anwesend. Laut dem Leiter der Abteilung für Erwachsenenbildung, Bernardo Enciso, sei die Verteilung von Lernmaterial in weiteren 17 Vollzugsanstalten geplant. Wie Enciso weiter sagte, habe jeder Mensch ein Recht auf Bildung. Mit dem Fernstudium würden die Inhaftierten nach ihrer Entlassung bessere Chancen beim Einstieg in das Berufsleben erhalten.

Wahlkampf - Luis Castiglioni macht mobil

Vizepräsident und Präsidentschafts-Kandidat Luis Castiglioni hat Präsident Duarte Frutos aufgefordert, die Zahlungen an die Leitung der Wasserkraftwerke Itaipú und Yacyretá einzustellen. Castiglioni fordert Auskunft über den Verbleib von rund 50 Millionen US-Dollar, die alljährlich an den Leiter der Itaipú-Körperschaft, Víctor Bernal, überwiesen werden. Laut Castiglioni habe die Bevölkerung ein Recht, zu wissen, wo soviel Geld bleibe. Auf einer gemeinsamen Wahlkampf-Tour in Paraguarí mit dem Bewerber um das Amt des Vizepräsidenten, Javier Zacarías Irún, rief Castiglioni die jetzige Regierung zu mehr Transparenz auf. Dabei wurde die Regierungsführung von Duarte Frutos stark kritisiert und zahlreiche Unstimmigkeiten seiner Politik angesprochen.

Samstag, 11. August 2007

Finanzielle Unregelmässigkeiten im paraguayischen Innenministerium

In der Buchhaltung des Innenministeriums wurden bei einer Rechnungsprüfung Unregelmässigkeiten aufgedeckt. Wie aus einem Bericht der Rechnungsprüfung hervorgeht, wurde für das Geschäftsjahr 2006 ein Fehlbetrag in Höhe von sieben Milliarden Guaranies festgestellt. Den Angaben zufolge fehlen die Belege für zahlreiche Transaktionen. Während der gleichzeitig durchgeführten Inventur wurde zudem das Fehlen von Büro-Artikeln festgestellt. Daneben wurden mehrere Fahrzeuge ohne legalen Titel vorgefunden.

Freitag, 10. August 2007

Änderungen im paraguayischen Strafgesetz

Der paraguayische Senat hat gestern mit großer Mehrheit die umstrittene Antiterror-Gesetzgebung abgelehnt. Der Gesetzentwurf zur Änderung des Strafgesetzbuches geht nun zurück an die Abgeordneten-Kammer, um über die vom Senat vorgenommenen Änderungen abzustimmen. Im Rahmen der Überarbeitung des Strafgesetzbuchs wurden gestern mehrere Bestimmungen geändert. So soll der sexuelle Mißbrauch von Kindern in Zukunft mit einer Freiheitsstrafe bis zu 15 Jahren geahndet werden. Daneben wurde das Strafmass für Freiheitsberaubung und Menschenhandel drastisch erhöht.

Internationale Zulassung für Ka´a hé é verzögert sich

Die Experten-Kommission für Lebensmittel-Zusatz-Stoffe der Weltgesundheits- und Welternährungs-Organisation, kurz JECFA, hat die Studie über die Verträglichkeit des Süss-Stoffes Stevia erneut verschoben. Die Stevia-Produzenten hatten auf eine schnelle Überprüfung gehofft, um bald mit dem Export von Stevia beginnen zu können. Laut dem Vorsitzenden der Kammer für Stevia-Produktion CAPASTE, Juan Carlos Fischer, habe Paraguay bisher alle von der JEFCA gestellten Anforderungen erfüllt. Deshalb werde man in einem Schreiben eine Erklärung für die neuerliche Verzögerung verlangen. Die JECFA ist eine von FAO und WHO gegründete Kommission, um die Unbedenklichkeit von Lebensmittel-Zusätzen zu bescheinigen. Ziel ist die Zulassung des Süss-Stoffes als Lebensmittel-Zusatz.

Landwirtschaftsminister Alfredo Molinas will die Forstbehörde umbauen

Landwirtschaftsminister Alfredo Molinas hat in der Abgeordnetenkammer um Unterstützung für einen Gesetz-Entwurf zur Restrukturierung der Forstbehörde SFN geworben. Aufgrund zahlreicher Unregelmässigkeiten innerhalb der Forstbehörde wird derzeit gegen mehrere Angestellte wegen Untreue und Bestechung ermittelt. Laut Molinas sei die Restrukturierung der Behörde zur Bekämpfung der Korruption dringend notwendig. Durch das Gesetz soll die staatliche Behörde in ein unabhängiges Institut umgewandelt werden. Dieser Plan wird von der Privat-Wirtschaft unterstützt. Durch die Schaffung eines unabhängigen Institutes könne die Forstwirtschaft besser entwickelt und der Korruption ein Riegel vorgeschoben werden, so Molinas.

Donnerstag, 9. August 2007

Kaufhausbrand, keine Haftverschonung für Angeklagte im Ycua Bolaños-Prozess

Der Oberste Gerichtshof hat den Antrag auf bedingte Haftentlassung der Hauptangeklagten im Ycua Bolaños-Prozess, Victor Paiva und Daniel Areco, abgelehnt. Die Entscheidung wurde von den Richtern Alicia Pucheta, Sindulfo Blanco und Víctor Núñez damit begründet, dass die Angeklagten wegen vorsätzlichen Totschlags vor Gericht stehen. Dieses Delikt werde mit einer Mindest-Strafe von fünf Jahren Feiheitsstrafe geahndet. Die Verteidigung begründete den Antrag mit einer Bestimmung der Strafprozess-Ordnung, nach der die Dauer eines Verfahrens drei Jahre nicht überschreiten darf. Die Verteidiger verwiesen darauf, dass in der vergangenen Woche aufgrund der Vorschrift Haftentlassung für Lino Oviedo gewährt wurde.

Schülerproteste - Schließung der Departamentsverwaltung in Filadefia

Angesichts der anhaltenden Schüler-Demonstration vor dem Gebäude der Departaments-Verwaltung von Boquerón in Filadelfia hat Gouverneur David Sawatzky die vorläufige Schliessung der Behörde angeordnet. Der Gouverneur begründete seine Entscheidung damit, dass die Sicherheit für die Angestellten nicht gewährleistet werden könne. Deshalb wird der Dienst so lange eingestellt, bis die Demonstration beendet ist.

Die Oppositionsbewegung in Paraguay steckt in schwerer Krise

Laut dem Vorsitzenden der Partei Patria Querida drohe die aus Oppositions-Parteien und gesellschaftlichen Bewegungen bestehende sogenannte Concertacion auseinander zu brechen, falls Fernando Lugo seine Kandidatur nicht überdenke. Sowohl die Partei Patria Querida, als auch die UNACE und die Unabhängigkeits-Partei lehne die Wahl Lugos zum gemeinsamen Kandidaten ab. Den Angaben zufolge sei die Abstimmung über Lugo´s Kandidatur nicht ordnungsgemäss durchgeführt worden.Deshalb kündigte Fadul an, selbst für das Präsidentenamt zu kandidieren, falls der Konflikt innerhalb der Oppositions-Bewegung nicht gelöst wird. Laut Presseangaben wurde auf der gestrigen Sitzung der Concertacion beschlossen, am 15. August das Wahl-Programm der Öffentlichkeit vorzustellen.

Die paraguayische Zentralbank hat neues Münzgeld im Umlauf gebracht

Die Zentralbank hat während der letzten zwei Wochen neue Münzen im Wert von insgesamt fünf Milliarden Guaranies in Umlauf gebracht. Es handelt sich dabei um 50, 100 und ein-tausend Guarani-Münzen. Zuerst wurden die Münzen an Supermärkte, Transportunternehmen des öffentlichen Personen-Nahverkehrs und Händler ausgegeben. Wie aus der Zentralbank verlautete, werden die ein-tausend-Guarani-Banknoten vorläufig ihre Gültigkeit behalten. Währenddessen gab Zentralbank-Chef Germán Rojas bekannt, dass sich der Neu-Druck der 50-tausend Guarani-Banknoten etwas verzögere. Es bestünden noch Unklarheiten über Einzelheiten des Designs der neuen Banknoten. Die französische Druckerei Charles Oberthure hat zugesagt 26 Millionen 50-tausender kostenlos zu drucken.

Paraguayischer Chaco, baumängel an der Remanso-Brücke

Die Remanso-Brücke, die den Chaco über den Paraguay-Fluss mit der Landeshauptstadt verbindet, weist seit einiger Zeit erhebliche bauliche Mängel auf. Laut Presseangaben seien die Risse gut sichtbar und insbesondere an den Verbindungen der einzelnen Brücken-Segmente zu beobachten. Die Remanso-Brücke wurde im August 1978 fertig-gestellt und ihrer Bestimmung übergeben. Die Brücke hat eine Länge von 1,9 Kilometern und eine Höhe von 30 Metern über dem Wasserspiegel. Laut Angaben des Ministeriums für Öffentliche Bauten und Kommunikation sei die Brücke regelmässig gewartet worden. Innerhalb der 30 Jahre sei jedoch nur eine neue Asphaltdecke aufgetragen worden. Die Remanso-Brücke wird täglich von hunderten Fahrzeugen, davon viel Schwerlast-Verkehr, befahren. In jüngster Zeit äussern immer mehr LKW-Fahrer ihre Besorgnis über den schlechten Zustand der Brücke und fordern eine umfassende Sanierung. Eine weitere Sorge bereitet das ausbaggern von Fluss-Sand in unmittelbarer Nähe der Brücke. Laut Angaben der Anwohner werde der Fluss-Sand vom Ministerium für Öffentliche Bauten und Kommunikation und der Stadtverwaltung abtransportiert.

Mittwoch, 8. August 2007

Paraguay bemüht sich um Meeres-Zugang über Uruguay

Gestern sind Vertreter des Industrie- und Handelsministeriums mit Amtskollegen aus Uruguay und Privatunternehmern aus beiden Ländern zu Gesprächen zusammengetroffen. Auf der Sitzung wurden Möglichkeiten für einen kostengünstigen Zugang zu den Übersee-Häfen in Uruguay erörtert.Im Mittelpunkt stand dabei der sogenannte Transport-Korridor Asuncion-Montevideo. Das Projekt wird von der UN-Kommission für Handel und Entwicklung UNCTAD vorgangetrieben und von den Aussenministerien Paraguays und Uruguays unterstützt. Auch das Industrie- und Handelsministerium und der Verband für Investitionen und Exporte REDIEX sind maßgeblich an dem Vorhaben beteiligt. Laut dem uruguayischen Regierungsberater, Alvaro Galli, sei geplant, die bürokratischen Hürden für den Export von Waren aus Paraguay abzubauen. Bisher werden lediglich zwölf Prozent der Exporte über den Hafen in Montevideo abgewickelt. Der größte Teil wird im Hafen von Buenos Aires verschifft.

Erste Festnahmen nach dem Asuncióner Flughafen-Raub

Im Zuge der Ermittlungen in dem Raub-Überfall auf eine Wechselstube am internationalen Flughafen Silvio Pettirossi wurden vier Verdächtige festgenommen. Drei der mutmasslichen Täter wurden in Limpio und Luque gefasst. Der Hauptverdächtige, Juan Pablo Ortigoza, stellte sich gestern freiwillig der Staatsanwaltschaft, als er erfuhr, dass sein Haus durchsucht werden sollte. Laut Polizeiangaben wird Ortigoza von den drei Festgenommenen belastet. Ortigoza war an einem Raub-Überfall auf den Flughafen im August 2000 beteiligt, bei dem die die Täter elf Millionen US-Dollar erbeutet hatten. Ortigoza wurde dafür im Jahr 2001 zu acht Jahren Freiheits-Strafe verurteilt. Er wurde im März dieses Jahres vorzeitig aus der Haft entlassen. Bei der gestrigen Durchsuchung seines Hauses wurde kein Geld gefunden.

Dienstag, 7. August 2007

Schülerproteste in der Mennoniten-Kolonie Filadelfia

Gestern haben Schüler der Landwirtschafts-Schule in Mariscal Estigarribia vor dem Gebäude der Departaments-Verwaltung in Filadelfia eine Protest-Kundgebung veranstaltet. Die Demonstration wurde von den Eltern der Schüler unterstützt und von Einwohnern der Ortschaft Villa Choferes del Chaco begleitet. Die Demonstranten fordern die Entlassung des Direktors der Landwirtschafts-Schule, Víctor Enciso. Sie werfen ihm vor, sich nicht genügend für den Erhalt der Schule einzusetzen. Ihren Angaben zufolge befinden sich die Lehr-Räume und das Internat in einem desolaten Zustand. Governeur David Sawatzky teilte gegenüber der Presse mit, die Protestmaßnahmen der Schüler seien voreilig. Die Überprüfung der von den Schülern bei der Departaments-Verwaltung vorgebrachten Beschwerden sei noch nicht abgeschlossen. Laut Sawatzky seien er und der Leiter des Erziehungs-Sekretariats in der vergangenen Woche zu Gesprächen mit der Elternkommission und dem Lehrerkollegium zusammengetroffen, um sich ein Bild über die Situation zu machen. Die Schüler könnten eine Entscheidung jedoch nicht abwarten und zögen es vor, dem Unterricht fernzubleiben. Er werde den Direktor der Landwirtschafts-Schule nicht ohne eine eingehende vorherige Überprüfung der Vorwürfe entlassen, erklärte der Gouverneur. Die Landwirtschafts-Schule in Mariscal Estigarribia untersteht dem Landwirtschaftsministerium, wird aber von der Departaments-Verwaltung verwaltet.

Der Leiter der Abteilung für Umweltkontrollen und Naturresourcen ist im Umweltministerium wegen Korruptionsvergehen verhaftet wurden.

Der Leiter der Abteilung für Umwelt-Kontrollen und Natur-Resourcen im Umweltministerium, Jorge Coronel, wurde gestern in seinem Büro festgenommen. Er steht in Verdacht, Bestechungs-Gelder in Höhe von zwanzig-tausend US-Dollar entgegengenommen zu haben. Im Gegenzug soll Coronel ein Vorhaben des Erdöl-Unternehmens Morrison Mining Company umweltrechtlich genehmigt haben. Die Genehmigung berechtigt die Firma, ihre Bohrungen nach Rohöl in der Umgebung des Parkes Medanos del Chaco fortzuführen. Nachdem der Beschuldigte sich weigerte, die Genehmigung ohne eine Zu-Zahlung zu erteilen, wandte sich das Unternehmen an die Staatsanwaltschaft. Unter der Leitung von Staatsanwalt Arnaldo Giuzzio konnte der korrupte Beamte mit Hilfe von Tonbandaufnahmen überführt werden werden. Das Unternehmen Morrison Mining Company ist derzeit dabei, die bürokratischen Hürden für die Bohrungen im Departament Boquerón zu überwinden. Es ist Teil des Joint Venture-Unternehmens CDS-Energy.